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Tangokonzert
mit dem
Gran Orquesta „CARAMBOLAGE“
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16.9.2016
20.30 Uhr
Eintritt 18,- /14,- €

Kartenbestellung per mail:
info@kranwerk.com

 

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2011 hatte das Bandoneon-Orchester seine Premiere im Kranwerk Naunhof. Seither spielt es im September einmal im Jahr am Ort seiner Entstehung. Während andere Klangkörper durch Subventionen am Leben erhalten werden, lebt dieses Orchester von seiner Einzigartigkeit, Authentizität und dem Enthusiasmus seiner Protagonisten. Lassen Sie sich entführen in die analoge Welt vergangener Tage und spüren Sie die Lebendigkeit des Tangos und seines Instruments - dem Bandoneon.

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 Das Konzert:

Der Tango verleiht seinen Impuls dem Bandoneon, ohne diesem Instrument wäre der Tango wohl auch kein Weltkulturerbe geworden. Das Bandoneon ist immerhin eine deutsche Erfindung und der deutsche Einfluss im Argentinischen Tango.

Die wohl inzwischen einmalige Besetzung mit 10 Bandoneons, 10 Violinen, Klavier, Bass, Cello, Viola, Tuba und Gitarre lässt erahnen wie komplex und energievoll Tango in seiner Blütezeit der 40ger Jahre des letzten Jahrhunderts in Buenos Aires geklungen hat.

Das sächsisch, -thüringisch, -fränkische Orchester „Tango Carambolage“, gegründet 2011, ist eine Initiative des bekannten Bandoneonspielers Jürgen Karthe. Seine fundierte Tango-Musikerfahrung, verbunden mit dem Wunsch diesen Orchesterklang den Leuten nahe zu bringen, ließen dieses wundervolle Ensemble als ein unvergleichbares Hör- und Seherlebnis entstehen.

 

Der Tango und das Bandoneon

Fast zeitgleich mit der Entstehung der Tangomusik gelangte um 1900 das Bandoneon (eine Weiterentwicklung der deutschen Concertina) mit den europäischen Einwanderern nach Buenos Aires und Montevideo. Dort bekam es in den Hafenkneipen und Bordellen ein neues Zuhause. Gebaut in Deutschland, seit 1864 in Carlsfeld, einem kleinen im Erzgebirge gelegenen Ort, wurde es in Argentinien zum Mythos, zum Symbol des Tangos.

Hergestellt als "einfaches" Arbeiterinstrument, finanziell erschwinglich und praktisch in seiner Größe, spielte man es anfangs ohne Notenkenntnisse nach vier voneinander getrennten Zahlensystemen. Mit Einzeltönen, bei denen jeder Knopf zwei unterschiedliche Töne (bei Auf - und Zuspiel) erzeugt, ist ein Spiel über fast fünf Oktaven möglich.

Während das Bandoneon in Europa aufgrund seiner komplizierten Spielweise, aber auch wegen Besonderheiten wie Klappern der Knöpfe und Luftgeräusche beim Spielen, als Instrument wenig Anerkennung fand, exportierte die Carlsfelder Firma "Alfred Arnold" (AA) bis ca. 1945 ungefähr 30.000 Bandoneons nach Argentinien und Uruguay. Die Südamerikaner wollten einen bestimmten Instrumententyp (142-tönig). Er klingt scharf bis sanft im Ton, schwermütig und mysteriös zugleich . Bautechnische "Mängel" wurden positiv als organisch, ja fast spirituell (wie Atmung und Bewegung) angesehen und passten zu dem Lebensgefühl der "Portenos" (span.: Hafenbewohner). In Deutschland dagegen bevorzugte man einen Bandoneontyp mit anderer Tonanordnung und schwingendem und vollen Ton, was dazu führte, dass das später erfundene, viel einfacher zu erlernende Akkordeon dasselbe Hörgefühl erzeugte und das Bandoneon verdrängte.

Außerdem versäumte man es in Deutschland, eine Kultur für das Instrument zu schaffen. Dieses jedoch gelang damals den Bandoneonisten in den "Barrios" (Stadtvierteln) von Buenos Aires und Montevideo in vorzüglicher Weise. Über Generationen wurde die Spieltechnik des Instrumentes weiterentwickelt und die Stilistik des Tangos immer vielfältiger. Wie ein Kind gepflegt, in vielen Tangos besungen (liebevoll auch als beste deutsche Erfindung gepriesen), stiftet das Bandoneon mit dem Tango bis heute eine Identität. Mit dem Ende der Bandoneonproduktion um 1948, der Enteignung der Firma Alfred Arnold in Carlsfeld, verschwanden auch die Unterlagen für den Bandoneonbau. Weltweite Forschungen und Bauversuche erreichen heute schon wieder annähernd den unvergleichlichen Ton der alten Instrumente. Inzwischen gibt es mehrere neue Produktionsstätten in Deutschland, Holland und Italien.

Erst die Tango-Renaissance in Europa, seit ca. 1980, brachte wieder die Möglichkeit, sich mit dem Bandoneon ernsthaft auseinander zu setzen.

Der Musiker Jürgen Karthe spielt auf Bandoneons (gebaut um 1930), die schon in Buenos Aires und Montevideo Tangogeschichte geschrieben haben und nun, zurückgekehrt in ihre ursprüngliche Heimat Sachsen, wieder zum Leben erweckt werden.

Text Jürgen Karthe

Musikerporträt Jürgen Karthe
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Geschichte des Bandonion:
http://www.heureka-leipzig.de/Das_Bandonion/Genese/genese.html
 

Bandoneon/Bandonion lernen

Seit Anbeginn des Kranwerkes werden Kurse für Einsteiger (144tönig)
& Fortgeschrittene (142tönig)  angeboten. Mehr
Infos zu den Kursen hier.

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