SommerTheater
“VERPUPPUNG” im AKW

Draußen und Drinnen.
Puppenbau für Kinder.
Die Klettergeräte der Kulturinsulaner.
Die Werkskantine hat geöffnet.

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Figuren entstehen &
 erzählen Geschichten
...hereinspaziert, laßt euch verführen von Puppen
& Gestalten, entsprungen aus phantasierenden,
schrillen und sanften Köpfen.Vom traditionellen
Handpuppentheater für Groß und Klein bis zum
finst‘ren Mitternachtskrimi für Nachtschwärmer. 
Ein Puppenpanoptikum: riesige Drachen, winzige
Könige, schwarze Katzen, drollige Prinzessinnen,
der Deibel und andere illustre Wesen.
VERPUPPUNG - Wandlung & Leben

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„Verpuppung“ ist das Motto des ersten
Sommertheaterfestes in der Kulturfaktur in Naunhof.

Verpuppung heißt Verwandlung: aus der kleinen Raupe wird ein prächtiger Schmetterling. Verpuppung heißt Veränderung und Wachstum, aber nicht innerhalb des beschleunigten wirtschaftlichen Kontextes, sondern im Zusammenhang mit Fantasie und dem Erzählen anrührender oder wilder Geschichten.

Das Puppentheater hat seit einigen Jahren auch eine Verpuppung durchgemacht: und ist mit neuen Flügeln geschlüpft: als innovatives, verrücktes Theater der Figuren, Objekte, Masken, des Tanzes und des Schauspiels erfreut es sich großer Beliebtheit.  Puppentheater ist nicht mehr das schrille abgestumpfte „Tri Tra Tralala“ des Kaspers, welches selbst Kinder langweilig finden, sondern eine neuartige Theaterform, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.  Den verstaubten Mantel des  Kaspergewackels hat das neue Puppentheater abgestreift. Erwachsene werden wieder zu Kindern und Kinder haben leuchtende Augen, wenn die kleinen Helden auf der Bühne oder mitten im Publikum ihre Abenteuer bestehen: wenn ein kleiner blinder Maulwurf Liebeskummer hat oder eine Nilpferddame an einer Blitzdiät verzweifelt sind selbst die skeptischsten Zuschauer längst geschmolzen.

Das Figurentheater hat eine lange Tradition, es wurde vor allem in der ehemaligen Sowjetunion und somit auch in den damaligen Ostblockländern staatlich gefördert. Daher gibt es auf dem Gebiet der ehemaligen DDR immer noch viele staatliche Puppentheater, z.B. in Magdeburg, Halle, Meiningen, Naumburg etc. Dort und auch in den damaligen freien Gruppen konnten verrückte Blüten einer neuen und zugleich alten Theatersparte gedeihen. Unter diesem Mantel gelang es so manchen Dissidenten seinen Revolutionsfantasien eine Stimme und eine Figur zu geben.

Die große Kunst, einer leblosen Figur, sei es eine Marionette, eine  Hand- oder Stabpuppe oder einfach nur ein Wollschal, Leben einzuhauchen, kann auf diesem Fest erlebt werden.

Das Publikum wird entführt in eine andere Welt: zwei Meter große Drachen werden von winzigen Prinzessinnen gezähmt; ein Kindermitmachzirkus öffnet seine Pforten und verwandelt die kleinen Besucher in große Artisten, gefährliche Löwen oder anmutige Seiltänzerinnen; ein Gruselstück kurz vor Mitternacht erzählt von einer verrückten Hausfrau deren Haushaltsgeräte ihren eigenen Willen entwickeln; in die Freundschaft zwischen einer Prinzessin und einer Erbse; bizarre Figuren tummeln sich in einer Freakshow; eine kluge Bauersfrau überlistet den Teufel;  Frau Holle löst das Rätsel des Klimawandels, drei kleine Schweine geben Ratschläge zum „Häusle“ bauen und vieles mehr.

Wer selber agieren möchte, kann sich nach reichlich Inspiration und unter beherzter Anleitung seine eigene Spielpuppe bauen. Zwei Tage werden im wunderbar geschmückten Alten Kranwerk in Naunhof die Puppen tanzen, singen, spielen, weinen, lachen und verzaubern.

Neun verschiedene Theaterensembles aus Dresden, Berlin, Cottbus, Potsdam, Gebersdorf und Wittenberg laden ein, zu einem fröhlichen Theaterwochenende. Samstagabend erwartet Sie außerdem nach einem vollen Kindertheaterprogramm und nach dem Gruselkrimi-Klassiker eine Feuershow; am Sonntag geben die Dramaten mit ihrer „Freakshow“ einen sensationellen Einblick in die Verwandlungsmöglichkeiten von Mensch und Puppe, lassen Übergänge zwischen den beiden zerfließen. Geboten wird Programm für Leute jeden Alters nicht nur Theater, Zirkus, Musik, sondern auch kulinarische Genüsse der vegetarischen Werkskantine und das patiniert liebenswürdige Flair der Alten Kranfabrik und ihres großen Gartens.

Text Anika Petzoldt

Veranstalter:
Heureka-Kultur-Faktur gGmbH

 

Die Protagonisten:
Flunker Produktion - Theater Terz -
Dramaten - Panika & Bea - DD Puppenkiste
Theater Petarlt - Theater Mäusegold
Revance-Orestie Berlin



Das Programm:

Samstag:

14 h Bea & das Biest eine Drachenzähmung

15 h Frau Holle
(Theater Petarlt Berlin)

16.30 h Die drei Schweinchen
(Dresdner Puppenkiste)

19.30 h Rache als Show
(Revance - Orestie Berlin)

dazwischen Beatrice & das Biest

22 h Die schwarze Katze
(Theater Panika Berlin)

Sonntag:

11 h Drei kleine Schweinchen
(Dresdner Puppenkister)

13.30 h Der Bauer & der Teufel
(Theater Mäusegold)

15.30 h Prinzessin auf der Erbse
(Flunker Produktionen)
Eigensinnig und offenherzig entwickeln die
flunker produktionen Stücke zu zeitbewegenden
Themen und Variationen zu Märchen und Geschichten.
In ihren bildreichen Inszenierungen arbeiten sie mit
Puppen und Objekten, schauspielerisch und musikalisch.
Und immer spielen das Ungesagte, die emotionale Tiefe,
der schräge Humor und der Hang zum Absurden eine Rolle.

17 h Der Bauer und der Teufel
(Theater Mäusegold)

19 Uhr Die Truhe (n. D. Charms)
(Theater Terz Berlin)

Zusatz: 20 h Dramaten
FREAKSHOW – The Best In Town.
Performance: Sabine Köhler und Heiki Ikkola

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Ein Panoptikum surrealer Wesen. Freakshow aus Dresden setzt glanzvollen Schlusspunkt des 2. Witzfigurenfestivals. Von Susanne Meimberg: … Für eine sehr kurzweilige, lustige und zugleich horrormäßige Stunde entführten Sabine Köhler und Heiki Ikkola die Zuschauer in die fantastische Welt der körperlichen Absonderlichkeiten. Ihre Nummernrevue nach dem Vorbild schauriger Kuriositäten-Kabinette auf europäischen Jahrmärkten von Vorvorgestern zog die Zuschauer von der ersten Sekunde an in ihren Bann. Hier stand die volle Wucht der Bilder im Mittelpunkt. Immer wieder verwandelten sich die beiden Akteure mittels Kostümen, Masken und Verrenkungen in unglaubliche, fantastische Gestalten und entwarfen ein schockierendes Panoptikum surrealer Wesen, wie man sie – wenn überhaupt – nur von Magrittes Gemälden kennt: Den Gegenentwurf zur Meerjungfrau – oben Fisch, unten blanker Menschenarsch. Einen keck tänzelnden und liebestrunkenen Wolfsmenschen, der schließlich vom Elephant Man als Hindu-Gottheit kastriert wird. Die schwebende Jungfrau. Eine Riesenheuschrecke beim Liebesakt. Bizarre Kleinwüchsige, Frauen mit verdrehtem Kopf und ein Neugeborenes, das sich als teuflisch böse schimpfender Bastard mit Riesenmaul entpuppt. Diese Freakshow verdient ihren Namen – und ihren Untertitel obendrein. Sie war stimmig, kunstvoll, lustvoll, fantasievoll – schlicht atemberaubend.”


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Tageskarte 8 € /12 €  
Einzelvorstellung 4 € / 6 €
Familien-WE-Karte 25,- €
Einzeldauerkarte 20,- €

Zelten in kleinem Umfang möglich